Direktionalität

Die Bedeutung von Bewegungsrichtungen für die Wirkung von Filmbildern verstehen

Lola rennt viel in Lola rennt. Sie rennt kreuz und quer durch die Straßen von Berlin, um Manni zu retten, und wir als Zuschauer fühlen mit ihr die Anstrengung, die sie das kostet. Allerdings fühlt sich für uns nicht jeder von Lolas Läufen über den Bildschirm gleich anstrengend an – wie kommt das?

Dass Bewegungen von Personen oder Objekten über den Bildschirm je nach Richtung unterschiedlich schwer erscheinen, liegt das an unserem Wissen über die physikalischen Regeln der Schwerkraft. Bewegungen von oben nach unten werden als leichter empfunden als die von unten nach oben, denn unsere Erfahrung sagt uns, dass Dinge zwar leicht herunterfallen, es uns aber Anstrengung kostet, etwas entgegen der Gravitationskraft zu bewegen.

Wie anstrengend wir eine Bewegungsrichtung wahrnehmen, hat aber nicht nur mit unseren physikalischen Erfahrungen, sondern auch mit unserem kulturellen Hintergrund zu tun. In westlichen Kulturen ist eine Leserichtung von links nach rechts üblich, weshalb diese Bewegungsrichtung oft als angenehm und leicht empfunden wird. Entsprechend wird eine Bewegungsrichtung von rechts nach links als anstrengender eingeschätzt. Filmsprachlich heißt dieser Effekt directionality oder Direktionalität.

Aufgabe 1

  1. Sehen Sie sich die Ausschnitte der drei Läufe an, in denen Lola den Gendarmenmarkt 📍 in Berlin überquert.
  2. Auf der Arbeitsfläche finden Sie Standbilder aus den drei Läufen. Generieren Sie Pfeile und zeichnen Sie jeweils Lolas Weg über den Platz ein.
  3. Lolas Läufe scheinen unterschiedlich anstrengend zu sein. Generieren Sie beliebig viele Gewichte und ordnen Sie diese den Standbildern zu, um zu kennzeichnen, wie schwer bzw. mühsam der Lauf auf Sie wirkt.

TC: 00:23:21 – 00:23:27

TC: 00:46:49 – 00:46:52

TC: 01:07:57 – 01:08:09



Laufrichtung
Schwierigkeit
  1. Vergleichen Sie die Schwierigkeit der Läufe über den Gendarmenmarkt mit dem Erfolg oder Misserfolg der Läufe insgesamt. Deuten Sie eventuelle Zusammenhänge.

Aufgabe 2

  1. Lola läuft durch viele verschiedene Straßen und wird dabei aus zahlreichen Blickwinkeln gefilmt. Sehen Sie sich die drei unteren Standbilder aus den den 3 Läufen an und zeichnen Sie Lolas Laufrichtung mit Pfeilen ein.
  2. Generieren Sie wieder beliebig viele Gewichte und ordnen Sie diese den Standbildern zu, um zu kennzeichnen, wie schwer bzw. mühsam der Lauf auf Sie wirkt.
  3. Versuchen Sie herauszufinden, welches Standbild zu welchem Lauf gehört. Ziehen Sie dazu die drei Lauf-Icons vor die Standbilder.
Laufrichtung
Schwierigkeit
  1. Beschreiben Sie zusammenfassend auf Grundlage Ihrer Erkenntnisse auf dieser Seite, wie der Regisseur Bewegungsrichtungen und grafische Elemente bzw. Gegebenheiten der Dekoration und der Drehorte einsetzt, um auf der Bildebene den Erfolg oder Misserfolg von Lolas Läufen anzudeuten.